Das Territorium der Gemeinde zeichnet sich durch viele Besonderheiten aus.
Es betrifft die Topographie, die Geologie und die reichhaltige Naturausstattung.

Geografische Lage

"Wenige Großstädte dürfen sich rühmen, im engsten Umkreis eine solche Fülle verschiedenartiger landschaftlicher Gestaltungen besitzen, wie für Dresden bekannt ist.
Innerhalb dieses Raumes bietet das Naherholungsgebiet im Süden der Stadt nur einen kleinen Ausschnitt. Doch auch in diesem Raum bewahrheitet sich die Vielseitigkeit durch Elemente der Börden.- und Gefildezone sowie der Mittelgebirgsschwelle." (Quelle: aus Werte der Heimat / zwischen Tharandter Wald und Lockwitztal)

 

Kreischa

ist eine Randgemeinde im Westausläufer des Lockwitzgrundes. Es liegt idyllisch eingebetet in die Landschaftsschutzgebiete

Lockwitztal  -  Gebergrund  - Dippoldiswalder Heide  -  Wilisch

Umgeben ist der Ort von saften Höhenzügen.

Im Süden erhebt sich der markanteste Berg - der Wilisch (Wolfsberg) 476,2 m ü.NN) mit seiner unter Bodendenkmalschutz stehender Basaltsäulenkuppe.
Den westlichen Horizont bildet die Possendorfer Höhe mit dem Lerchenberg.
Im Osten wird Kreischa von der Borthener und Maxner, im Norden von der Babisnauer Höhe begrenzt.
Der noch relativ ungestörte, gepflegte Naturraum zieht das ganze Jahr über viele Erholungsuchende an.
Kreischa ordnet sich ein in die geologische Grenzlinie des Osterzgebirges:

kleiner Wilisch - Karsdorf - Burgberg - Lungkwitz - Lederberg - Gottleuba - Oelsen - Sattelberg

"Das Kreischaer Tal bewahrt überall den Charakter des Lieblichen und Angenehmen. Zum besonderen Schmucke dienen ihm die weiten Wiesenflächen. Manchmal eng und manchmal weit, bietet es vielfache Abwechslung und Fremde, die es aufsuchen, sind von der Schönheit desselben hocherfreut. Möge unsere schöne Heimat in der neuen Entwicklungsstufe kräftig aufblühen."
Quelle: Fremdenführer für Kreischa und Umgebung 1906

 

Geologische Besonderheiten

Den Eingang zum Lockwitztal säumen mächtige Granitfelsen. Am geologischen Aufbau des Gebietes sind die Formationen aller Erdentwicklungperioden beteiligt.
Das Urgestein, der Granit, mit einem Alter von etwa 500 Millionen Jahren, dürfte hier als Ausläufer der Lausitzer Granitmasse eine Insel bilden, die in 300 Millionen Jahren zurückliegender Erdgeschichtevon einer seichten Meeresflut, dem Silurmeer, bedeckt wurde und deren Ablagerungen den grauen Tonschiefer bildeten.
Erneut überflutete in der sich anschließenden Kreidezeit (Erdmittelalter) ein weiteres Meer das Land, führte Geröll- und Sandmassen heran und schuf so an verschiedenen Stellen eine Sandsteinformation. Spuren finden sich noch in den Sandsteingebilden in der Dippoldiswalder Heide (Einsiedlerstein), aber auch in unserer Gegend (Zughügel)
in der Tertiärzeit (Anfang der Erdneuzeit, vor etwa 60- 25 Millionen Jahren) entstanden durch Auffaltung der Erdoberfläche die deutschen Mittelgebirge.
Gewaltige vulkanische Kräfte brachen aus dem Erdinneren hervor und spaltenden die überlagerten Granitplatten mit dem Sandsteinmassiv auf. Seitenpressungen ließen das Gebiet  sich langsam aufwölben.
Die nun gefalteten Schichten waren spröde, zerbrachen in Schollen, an den Klüften verschoben sich die Rindenteile. Das Erzgebirge neigte sich schräg, es hob sich nach Norden und zerbrach im Süden stufenförmig ab. Die Flüsse der Gebirge richteten sich nordwestlich. Die Weißeritz und die Müglitz zeigen deutlich einen Knick zur Elbe hin. Das deutet hin, dass in noch späterer Zeit im Zuge der Karsdorfer Störung (vor etwa 40 Millionen Jahren) ein Abfall nach Nordosten entstanden sein muss. Dabei sanken die Rotliegenden-Mulde mit den im Karbon entstandenen Steinkohlewäldern (Döhlener Becken - Kreischaer Becken) und die südlich des Wilisch liegenden Flächen ab. Längs dieser Linie ging eine Hebung des Gebietes vor sich.
Aus Erdspalten dringende vulkanische Ergüsse ließen den Wilisch und den Luchberg - NEPHELIN-BASALT entstehen.
Die Karsdorfer Verwerfung (oder Karsdorfer Störung) - Lerchenberg - Ouohrener Kipse - Hermsdorfer Höhe - Wilisch trennt also zwei erdgeschichtliche unterschiedliche Bereiche mit vielfältigen geologischen Einheiten voneinander:
Im Süden haben wir die erzgebirgischen Gneise. Nördlich der Verwerfunglinie wird der Untergrund im südöstlichen Teil von einem sehr alten Grundgebirge gebildet - dem Elbtal Schiefergebirge. Diesem sind im Oberkarbon (Perm) entstandene Rotliegende Sedimente aufgelagert. Vereinzelt sind Tonsteine und Arkosen eingeschlossen (Quohrener Kipse, auch unterhalb der Kreischaer Höhen). Gneis - Porphyr - Konglomerate mit zwischengeschaltetem roten Sandstein und sandhaltigem Schiefer bilden hauptsächlich das Grundgestein des Kreischaer Rotliegenden.
Während die wasserreiche Weißeritz das markante Ausraumbecken von Freital geschaffen hat, zeichnen ausgeglichenere Formen des Kreischaer Becken aus, denn es wird von der wasserärmeren Lockwitz durchflossen, die die Gesteine des Elbtalschiefergebirges unterhalb der Hummelmühle in einem Engtal durchzieht.
Eine letzte grundlegende Umwandlung nahm die Eiszeit vor, in der sich Eis- und Geröllmassen nordischer Gletscher bis an die Grenze des Erzgebirges, bis nach Kreischa (Kiesgrube Saida) herangeschoben, dabei die weichen Sandsteinformationen abgeschliffen und eine Reihe arktischer Pflanzen und Tier mitbrachten.
Die Hänge des Lockwitztales, besonders die Nordhänge, sind teilweise von Löß- und Gebirgshängelehm eingefasst. Schuttmassen (Flussschotter)wurden in Abflusslosen Mulden zusammengetragen, so auch am kleinen Wilisch (60m über der Talsohle).
Wind und Wasser haben in der Folgezeit beständig umformend gearbeitet, während sich die munter dahinspringende Lockwitz immer tiefer in die Erdoberfläche einsägte und damit zur Schaffung des romantischen Lockwitztales beitrug.
Das Ral der Lockwitz war ursprünglich bei weitem nicht so tief eingeschnitten. Erst allmählich wurde der Talriegel am Blauberg durchsägt und die vorgelagerte Aue Kreischa bis zur Hummelmühle mit Schwemmmasse  angefüllt.