…. Ein letztes Mal noch…

trafen wir uns am 16. September 2015 zur gewohnten Zeit am gewohnten Ort: Das Organisationsteam Manfred Zickler, Rosi Kurz, Ulli und Uta Dietze hatten zum letzten geführten Spaziergang eingeladen. Durch den Kurpark, vorüber an der Ruine der Hauswaldmühle führte der Weg nach Kautzsch, wo die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr dankenswerterweise ihr Gerätehaus zur Abschlussveranstaltung wieder zur Verfügung gestellt hatten.

Liebevoll herbstlich waren die Tische dekoriert, Torten und Kuchen – ein besonderer Dank den Damen von Mehl und Hefe – sowie Kaffee standen in der Warteschleife. Diesmal übertraf die Teilnehmerzahl alle Erwartungen: 73 Spaziergänger „passten einfach nicht rein“ – aber Petrus hatte ein Einsehen, so dass vor dem Gebäude noch Tische und Bänke aufgestellt werden konnten.

Manfred Zickler gab einen Überblick über die Spaziergänge, Besichtigungen und Versammlungsorte. Frau Walther wurde als Urheberin der Spaziergänge geehrt. Als „Spaziergänger der ersten Stunde“ wurde Frau Förster und mir die Ehre zuteil, dem Organisationsteam den Dank aller Spaziergänger auszusprechen und das Ergebnis der durchgeführten Kollekte – umgewandelt in ein Leib- und Magen- sowie Geist-Seele-Präsent zu überreichen.

Eine „Sonderausgabe“ des Kreischaer Boten soll alle Spaziergänger an die schönen gemeinsamen Stunden erinnern. Unterdessen bräunten sich auf dem Grill bereits Steaks und Würste, gesponsert von Herrn Bürgermeister Frank Schöning, der es sich wie bei allen Straßenfesten nicht nehmen ließ, von Anfang an dabei zu sein.
Für die richtige Bräune sorgten unentgeltlich die Wirtsleute der beliebten Ausflugsgaststätte „Teufelsmühle“ – Frau Fischer und Herr Pommrich.

Auch die Kultur kam nicht zu kurz: Eine Sammlung schöner alter Volkslieder frischte das Gedächtnis auf, so dass alle mit Gitarrenbegleitung kräftig mitsingen konnten. So etwas wäre dem MDR – der ja pausenlos englische Titel als „einfach gute Musik“ bezeichnet – auch einmal anzuraten!

Und noch einmal muss den Organisatoren Dank und Anerkennung ausgesprochen werden: Trotz „Überzahl“ reichten Grillgut, Kartoffel-, Nudel- und Gurkensalat, Bier und Bowle für alle!
Selbst Firmenchef Ulli Jensen aus Sobrigau, in dessen Betrieb wir ja auch einige Male zu Gast sein durften, ließ es sich nicht nehmen, zum „Abschlussspaziergang“ mit der zukünftigen „Chefin“ vorbeizuschauen.

Wie immer ging der gemütliche Nachmittag viel zu schnell zu Ende, diesmal aber mit der traurigen Gewissheit, dass von zehn Jahren geführter Spaziergänge nun nur noch die Erinnerung bleibt – und dass wir nie wieder im Boten lesen werden: „Treffen Mittwoch, 13 Uhr, Haußmannplatz!“ Trotzdem: Wir sind dankbar, dass wir durch die geführten Spaziergänge Kreischa und seine schöne Umgebung oft in neuem Licht erblickten, dass wir Betriebe und Einrichtungen kennenlernen konnten, die uns sonst verschlossen geblieben wären und dass wir viele schöne gemeinsame Stunden mit liebevoller und floristischer Umrahmung erlebten.

Ohne Manfred Zickler, Rosi Kurz, Ulli und Uta Dietze, die ihre Aufgaben stets mit Hingabe, Liebe, Herz und Verstand meisterten, wäre alles nicht möglich gewesen. Ich jedenfalls werde die schöne Zeit zwischen dem 23. März 2005 und dem 16. September 2015 nicht vergessen.

Spaziergänger und „Berichterstatter“ Siegfried Reuter

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3. Geführter Spaziergang 2015

Siegfried Reuter - … noch einmal auf den Spuren Robert Schumanns.

Der 205. Geburtstag des berühmten Komponisten war für unseren Manfred Zickler Anlass, mit uns beim 3. geführtes Spaziergang noch einmal auf seinen Spuren in Kreischa zu "lustwandeln".

Bei schönem Wetter war volle Beteiligung wieder garantiert. Vom Haußmannplatz ging es zur alten Schule und zum kürzlich angebrachten Medaillon an der Kirche (enthüllt vom Dresdner Verein "Sächsisches Vocalensemble e. V.“ aus Anlass des Aufenthalts der Schumanns in Kreischa). Das Zitat "....einer der lieblichsten Orte um Dresden, überall schöner Busch, muntere Quellen - und auch Forellen" könnte ja ohne weiteres unter allen Ortseingangsschildern von Kreischa stehen......

An der Büste im Kurpark wurde ein Blumenstrauß niedergelegt. Weitere Stationen auf dem Weg waren die zu Ehren des Komponisten von den Spaziergängern des Heimat- und Fremdenverkehrsvereins gepflanzte Schwarzkiefer im Kurpark, die Clara-Schumann-Tafel am Kurterrainweg und letztlich das Ziel auf dem "ersten Plateau" am Robert-Schumann-Weg.

Bei jedem Halt konnten wir unser Wissen über das Leben Robert Schumanns und seiner Familie durch kurze Vorträge unseres "Chefs" auffrischen und vertiefen. Die kleine Broschüre "Wege und Werke Robert Schumanns in Kreischa" von Martin Schneider-Marfels leistete ihm dabei gute Dienste.

Hier oben hatten die "Heinzelmännchen" der Senioren-Gruppe schon Kaffee, Kuchen und Getränke herangeschleppt und aufgetischt, wobei der berühmte Robert-Schumann-Eierpunsch (Originalrezept nach Walthers, gebraut von Uta Dietze) nicht fehlen durfte.
Auch Spaziergänger Peter kam anlässlich seines Geburtstags mit voller Tasche an..... Ein kulturell und kulinarisch wieder gelungener Nachmittag, für den wir uns bei Organisatoren, Helferinnen und Helfern recht herzlich bedanken - nun leider zum vorletzten Mal!

Mir freilich kamen auf dem idyllischen Plateau wieder seltsame Gedanken: Wie schön es wäre, stände hier ein stabiler Tisch mit vielleicht zwei weiteren Bänken und gäbe es an der halsbrecherischen Treppe ein Geländer, um dieses schöne Fleckchen stets gefahrlos erreichen zu können.

Spaziergänger Siegfried Reuter

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2. Geführter Spaziergang 2015

Spaziergang in Quohren mit unserem Bürgermeister

Die Organisatoren des 2. geführten Spaziergangs 2015 hatten für den 20. Mai zum „Kleinen Straßenfest in Quohren“ eingeladen. Anlass waren die abgeschlossenen Kanal- und Straßenbauarbeiten im Ortsteil.

Die Seniorinnen und Senioren hatten bereits 2,5 Kilometer in den Beinen, als sie im Hof der ehemaligen Schule von Manfred Zickler empfangen wurden. Dieser übergab das Wort an Bürgermeister Frank Schöning, der die Anwesenden über den Bauverlauf informierte. Wie geplant vollzogen sich die Arbeiten über vier Jahre. Allein der Kanalbau, der in drei Abschnitten erfolgte, dauerte drei Jahre. Parallel dazu verlief der Straßenbau über knapp zwei Jahre. Die Verantwortung für das Baugeschehen trug die Firma Teichmann aus Wilsdruff. Eine Kreischaer und eine Sebnitzer Firma teilten sich die Arbeiten für die Straßenbeleuchtung. Die Gesamtkosten belaufen sich auf 2,6 Mio Euro, davon 1 Million für den 2807 m langen Schmutzwasserkanal sowie 1,5 Mio für den Straßenbau inkl. Straßenentwässerung (Ableitung in den Quohrener Bach) und einen reichlichen Kilometer Gehwege. Der Eigenanteil der Gemeinde Kreischa beträgt 589.000 Euro (etwa 1/5 der Gesamtsumme). Bürgermeister Schöning erklärte, dass für die Zeit des Baugeschehens unbedingt eine Umleitungsstrecke über den Streitberg bis zur B 170 gebaut werden musste – mit anschließendem Rückbau! Neben weiteren Problemen ist vor allem das Hochwasser vom Juni 2013 zu nennen, das zu einem zeitweiligen Baustillstand führte. Dass die komplette Beleuchtung des Ortes Quohren in LED-Technik erneuert wurde, kann als positiver „Nebeneffekt“ verbucht werden.

Nach dem Vortrag von Bürgermeister Frank Schöning stießen wir freudig gestimmt mit einem Glas Sekt an – auf diesen und weitere Erfolge im Baugeschehen unseres schönen Dorfes.
Gemeinsam liefen wir die Quohrener Talstraße bis zum Ortsausgang entlang. Am Quohrener Wasser fiel uns der neu gebaute vergrößerte Durchlass auf (Hochwasserschutz!). Wir Spaziergänger erfreuten uns an einer Reihe gepflegter Anwesen und Einzelhäuser. Am Endpunkt angelangt, zeigte unser Bürgermeister auf die „Orte des Geschehens“, denn die Kanäle lagen ja nun unter einer ordentlichen Straßendecke. Das Orthsche Gut, wo ein geselliges Kaffeetrinken angekündigt war, erreichten wir über den Hügelweg. Rosi und Manfred, Uta und Uli hatten bereits ganze Arbeit geleistet, um uns mit leckeren „Dingen“ zu verwöhnen: Schnittchen gab es und zwei Suppen standen zur Auswahl (für immerhin 54 Teilnehmer!). Wer wollte konnte Kaffee und Melonenbowle trinken. Heinz Kühnel nutzte die Gelegenheit und dankte im Namen aller den „Erfindern“ der Spaziergänge – Rosi Kurz und Manfred Zickler – mit einem Blumenstrauß. Ein Dankeschön erhielt auch Bürgermeister Frank Schöning sowie Beate Grimmer, die ihr Grundstück für die Veranstaltung zur Verfügung gestellt hatte.

Spaziergängerin Ursula Hempel

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Geführte Spaziergänge für Seniorinnen / Senioren und Interessierte in und um Kreischa

1. Geführter Spaziergang 2015
…und wieder nach Kleincarsdorf

23. März 2005, 9:30 Uhr, Haußmannplatz: Neugierig waren meine Frau und ich dem Aufruf des Heimat- und Fremdenverkehrsvereins Kreischa zum 1. Geführten Spaziergang gefolgt, der zum neu gestalteten Anger in Kleincarsdorf gehen sollte. Da wir durch Beiträge im Wilischboten schon einigermaßen bekannt waren, wurden wir im Kreis der 13 Spaziergänger freundlich aufgenommen.

Am 18. März 2015 sah das freilich ganz anders aus: Nach der langen Winterpause konnten es 55 Spaziergänger nicht erwarten, nun endlich den Frühling willkommen zu heißen. Dazu gab uns der Wettergott denn auch reichlich Gelegenheit. Der leichte Anstieg nach Zscheckwitz ließ die Kette der Teilnehmer auseinanderdriften – damals rannte uns Dr. Göbel noch davon…

Diesmal weckte ein Kran an der Ruine des Zscheckwitzer Herrenhauses leichte Hoffnungen… Leider wird aber nur das Dach abgerissen und das Innere entkernt, die Mauern bleiben, da sie unter Denkmalschutz stehen. Mit dem blau-weißen Zeichen dann an einer Stelle sicher ein beeindruckendes Bild in der Landschaft!

An der Inge-Reuter-Bank wurden die Teilnehmerzahlen verglichen und als ein kleiner Strauß Rosen an die Bank gehängt wurde, musste ich doch ganz schön schlucken… Freilich war die Umgebung der Bank von Rosi und Manfred vorher gesäubert worden, denn ein Papierkorb steht leider immer noch nicht da.

Wie vor zehn Jahren gesellte sich auch bald der Spaziergänger aus dem Harz dazu, was die Stimmung weiter erhöhte. Am Anger erwartete uns ein hervorragendes „Seniorenbuffet“ – Rosi und Uta hatten sich wieder selbst übertroffen. Chef Manfred gab einen Rückblick auf den ersten Spaziergang vor zehn Jahren, Günther Schmidt und Rosi Kurz erinnerten in bewegten Worten an „Hermine“, die ja am Zustandekommen der Spaziergänge nicht unbeteiligt war. Als geschichtsinteressierter und heimatverbundener Mensch habe ich jeden ihrer Beiträge im „Boten“ mit großem Interesse gelesen. Ein bisschen Stolz war ich sogar, dass ich den Artikel über die Lockwitz gemeinsam mit ihr verfassen durfte. Welche Gemeinde kann sich schon rühmen, eine solche Heimatforscherin zu besitzen… Ein Besuch an ihrem Grab bildete den Abschluss des heutigen Spaziergangs – aber sicher hat H.H. heute vom strahlendblauen Himmel auf ihr Kreischa, ihre Kreischaer und uns Spaziergänger herabgeblickt!

Herzlichen Dank dem Organisationsteam! Ich glaube aber doch, dass sich bei vielen wie bei mir ein bisschen Wehmut breit machte, dass es nur noch drei Geführte Spaziergänge gibt!

Spaziergänger Siegfried Reuter